Mal schaun was draus wird

 

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Kinderseele

Graue Schatten zogen sich die Wände entlang, keine klaren Konturen, kein Entkommen aus diesem Albtraum. Keine Ahnung, wo sie war, keine Reaktion, als sie versuchte sich zu bewegen. Nur ihre Augen huschten in dem Zimmer hin und her, fanden nichts woran sie sich hätten festklammern können. Keinen Funken Normalität, nichts Vertrautes. Grausame Kälte in ihrem Körper, kein Entkommen, nur teilnahmsloses Zuschauen. Sie konnte nichts tun, konnte sich nicht wehren, konnte nicht schreien. Konnte nur alles hinnehmen und versuchen es zu überleben. Versuchen nicht im Wahnsinn zu versinken. Sie spürte nichts außer der Kälte, keinen Schmerz, keinen Hass, keine Angst, keine Hoffnung. Nur Überleben!
 

Ein neuer Morgen. Die Augen nicht öffnen, wären doch nur Schatten da, nur die Kälte, die sich immer weiter in ihren Geist fraß. Wäre doch wieder kein Gefühl, außer Kälte...
Licht... Licht?
Verwirrtes Augenaufschlagen. Geblendetes Schließen, Schmerz... Schmerz! Ein Gefühl! Noch ein Versuch, vorsichtig, nichts überstürzen. Augen einen Spalt öffnen. Farben... Blumen, Gras, Insekten. Ein Gefühl... Ein Gefühl, dass sich langsam aus ihrem Innern nach außen bahnte.
 

"AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH"
 

Wärmende Schwärze, die sich von den äußeren Rändern des Bewusstseins in ihren Geist zog und ihren Verstand schlafen schickte.
 

Wärme... wohlige Wärme, die ihren Körper umfasste und ihr das Gefühl von Geborgenheit vorlog. Dem Gefühl hingeben, der Wirklichkeit entfliehen, die gnadenlose Realität leugnen. Zaghaftes Rütteln, entschlossen sie aus ihrem Zufluchtsort zu treiben. Kein Ignorieren. Aufwachen... schmerzlich Aufwachen. Realisieren, wimmern, schluchzen, schreien, leugnen. VERGESSEN!!!
 

Überall weiße Wände. Alles steril, alles sauber. Sie, der Schandfleck. Hass... Selbsthass. Die Wahrheit akzeptieren... NEIN! Niemals...! Kann doch alles nicht wahr sein, müssen Lügen sein. Geisteskrank. Ja, dass muss es sein, aber nicht wahr. Lieber krank. Sucht nach Aufmerksamkeit. Ja... genau deswegen.
 

Kann nicht vergessen. Sieht Neue kommen und gehen. Macht keinen Schritt nach vorn, nur Schritte zurück. Flucht in ihr Innerstes. Kaum noch leben, kaum noch leben in der entsetzlichen Realität. Tut alles so weh. Weinen... ein kleines Kind im Innern und ein großes Außen.
 

Sie wird niemals so ein, wie sie es sich wünscht zu sein, denn wenn sie es leugnet und es noch tiefer vergräbt, dann kommt es eines strahlenden Tages, überfällt sie, reißt sie nieder, lässt sie alles noch einmal durchleben. Schmerzhafter als zuvor...
Und keiner ist da, denn keiner weiß es... keiner weiß um ihre schreiende Kinderseele...

 

 

 

 

25.2.07 18:59
 


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